Bischof-Benno-Haus
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Projekte Bildungsfreizeit für Alzheimerpatienten und deren pflegende Angehörige
Bildungsfreizeit für Alzheimer und deren pflegende Angehörige

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Grundidee

Über 70% der Alzheimer-Kranken werden von ihren Angehörigen im häuslichen Bereich gepflegt. Pflegende Angehörige sind psychisch und physisch stark belastet. Von 1998 an war eine sehr aktive Selbsthilfegruppe für Angehörige Alzheimer-Kranker in Bautzen. In dieser Zeit wurden viele wichtige Erfahrungen gesammelt. „Man müsste mal Urlaub machen können ....“, war der Wunsch von vielen Mitgliedern der Selbsthilfegruppe.

Projektergebnisse

Im Januar 2001 trafen sich im Bischof-Benno-Haus Vertreter der Selbsthilfegruppe für Angehörige Alzheimer-Kranker aus Bautzen sowie Mitarbeiter des Bischof-Benno-Hauses und der AOK Sachsen zu einem ersten Gespräch. Es folgten weitere Treffen mit Kooperationspartnern (Pflegediensten, Ärzten, Ergotherapeuten, ehrenamtlichen Helfern), um die Grundidee in die Praxis umsetzen zu können.
Erstmalig waren vom 18. Juni bis zum 28. Juni 2001 zehn Ehepaare im Bischof-Benno-Haus in Schmochtitz zu Gast.
Die Erfahrungen der Bildungsfreizeiten sind in dieser Konzeption fixiert, damit andere interessierte Selbsthilfegruppen, Vereine, oder soziale Einrichtungen davon profitieren können.

Zielgruppe

Hauptsächlich bezieht sich das Projekt auf die pflegenden Angehörigen von Alzheimer-Kranken, die mit der Pflege überlastet sind. Gleichzeitig sollen auch die Alzheimer-Kranken involviert und gefördert werden. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass der behandelnde Arzt die Alzheimer-Demenz diagnostiziert hat. Erkrankte mit PEG-Sonde und kompletter Bettlägerigkeit können aufgrund der räumlichen Ausstattung des Bischof-Benno-Hauses nicht aufgenommen werden.

Zielstellungen

Als wichtigstes Ziel wird die Bildung, Erholung und Entlastung der Angehörigen gesehen sowie die Ermöglichung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Die pflegenden Angehörigen haben das Bedürfnis, sich mit anderen Betroffenen sowie mit Pflege- und Betreuungskräften über die alltäglichen Probleme im Umgang mit den kranken Partnern auszutauschen. Wichtig ist die seelische Entlastung der Angehörigen, damit diese nicht ihrerseits unter dem hohen Druck der Betreuung erkranken. Ein weiteres Ziel ist die Beratung und Anleitung der pflegenden Angehörigen hauptsächlich bei den Aufgaben im Alltagsbereich. Mit den Maßnahmen für Alzheimer-Kranke sollen bestehende Fähigkeiten und Fertigkeiten gefördert und stabilisiert werden.

Angebote

Fachliche Angebote für Angehörige

Mit den fachlichen Bildungsangeboten wird den pflegenden Angehörigen die Möglichkeit eingeräumt, sich mit kompetenten Referenten auszutauschen. Zu den krankheitsbezogenen Bildungsangeboten zählen u.a. Einzel- und Gruppengespräche mit einem Psychologen, einem Arzt sowie der Leiterin einer Selbsthilfegruppe.
Themen der fachlichen Bildungsangebote für pflegende Angehörige sind:
·      Krankheitssymptomatik/Krankheitsbewältigung/Umgang mit dem/der Erkrankten
·      Erfahrungsaustausch
·      Medizinisches Forum Grundpflegeanleitung
·      Kennenlernen und Üben von Hebe- und Tragetechniken
·      Beratung zum Betreuungsrecht
·      Umgang mit Pflegebelastungen u. a.
Die BARMER bietet Beratungsgespräche zu den Themen Pflegegeld, Leistungen der Krankenkassen und Hilfe von Sozialstationen an.
Den pflegenden Angehörigen werden am Tag ein bis zwei fakultative Bildungseinheiten von je 90 Minuten Dauer angeboten.

Freizeitangebote für Angehörige

Vielfältige Angebote stehen den Seminarteilnehmern zur Verfügung. Aufgrund seiner Lage bietet das Bischof-Benno-Haus optimale Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. So laden z. B. die hauseigene Kegelbahn zur sportlichen Betätigung und die Parklandschaft zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Ausflüge zu den Sehenswürdigkeiten der Region sind ein weiterer Bestandteil des Seminarprogramms. Zu den kulturellen Angeboten zählen u. a. Theaterbesuche und die Teilnahme an einem Folkloreabend. Neben den vielseitigen Angeboten besteht jederzeit die Möglichkeit für Gespräche und Erfahrungsaustausch. Alle Freizeitaktivitäten können die pflegenden Angehörigen mit ihren kranken Partnern und anderen Gästen gemeinsam erleben (Teilhabe am gesellschaftlichen Leben).

Angebote für Kranke

Die Angebote für Alzheimer-Kranke richten sich immer nach ihrem aktuellen Befinden. Auch bei den Alzheimer-Kranken kann nach fachlichen Angeboten und Freizeitangeboten unterschieden werden.

Fachliche Angebote für Kranke

Das fachliche Angebot für die Alzheimer-Kranken ist in die Gruppenbetreuung bzw. Gruppen-Ergotherapie involviert. Die ergotherapeutische Betreuung erfolgt durch eine Ergotherapeutin aufgrund eines ärztlichen Rezeptes. Ihr zur Seite stehen mehrere ehrenamtliche Helfer. Je nach vorhandenen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kranken werden durch die Ergotherapeutin Beschäftigungen und Spiele ausgesucht, die in der Gruppe oder auch in Einzelbeschäftigung im Gruppenraum durchgeführt werden.
Pflegerische Versorgung wird durch einen Pflegedienst bei Bedarf angeboten. Dabei wird von den Krankenschwestern und -pflegern die Unterstützung bei den pflegerischen Maßnahmen individuell gestaltet und die Kranken werden zum selbständigen Handeln animiert. Das Ziel ist auch hier, die Fähigkeiten und Fertigkeiten bei der Körperpflege längstmöglich zu erhalten.

Freizeitangebote für Kranke

Zu den Freizeitangeboten für Alzheimer-Kranke zählen neben den bereits unter Punkt 4.1.2. genannten Aktivitäten, Singe- und Spielrunden, gesellige Tänze, gemeinsames Musizieren mit einfachen Rhythmusinstrumenten u. a. Alzheimer-Kranke können diese Angebote je nach Krankheitszustand aktiv erleben und gestalten. Ihnen zur Seite sind die pflegenden Angehörigen, die Ergotherapeutin sowie ehrenamtliche Helfer.

Rahmenplanung und Durchführung

Die Bildungs- und Freizeittage für Alzheimer-Kranke und deren pflegende Angehörige haben eine durchschnittliche Dauer von 13 Kalendertagen. In einem Jahr werden vier Kurse durchgeführt. Die Teilnehmerzahl beschränkt sich auf 20 Personen – 10 Alzheimer-Kranke und 10 Angehörige. Die Kurse finden in den Jahreszeiten Frühjahr bis Herbst statt. 

Anmeldung

Die Anmeldemodalitäten werden über das Bischof-Benno-Haus geregelt. Zwei Monate vor Beginn eines Kurses werden den Interessenten folgende Unterlagen zugeschickt:
·      Anschreiben
·      Fragebogen zum Allgemeinzustand des Patienten
·      Muster einer Verordnung für Leistungen der Ergotherapie
·      Anmeldebogen
Zu den Anmeldeunterlagen gehört zwingend eine ärztliche Bestätigung, dass Alzheimer-Demenz vorliegt.
Vor Beginn eines Kurses werden die Unterlagen dem Pflegedienst (wenn Pflege gewünscht wird) weitergeleitet sowie der Ergotherapie.

Unterbringung

Die Unterbringung erfolgt in Doppelzimmern. An behindertengerechten Zimmern stehen vier Doppelzimmer zur Verfügung. Im Haupthaus ist ein Fahrstuhl integriert, der auch von Rollstuhlfahrern benutzt werden kann. Telefone befinden sich auf jedem Zimmer.

Verpflegung

Während des gesamten Aufenthaltes ist im Bischof-Benno-Haus Vollverpflegung gewährleistet. Dazu gehören folgende Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Nachmittagskaffee und Abendessen. Die Speisen werden entsprechend dem Gesundheitszustand der Kranken zubereitet. 

Mitarbeiter

An der Betreuung der Alzheimer-Kranken und ihrer Angehörigen sind sowohl professionelle als auch ehrenamtliche Mitarbeiter beteiligt.
Die Gruppe der professionellen Mitarbeiter setzt sich zusammen aus:
·    Krankenschwestern und Krankenpflegern
·    Altenpflegerinnen und Altenpflegern
·    Ergotherapeuten
·    Psychologe/Psychotherapeut
·    Arzt
·    Mitarbeitern der Bildungseinrichtung
Die pflegerische Versorgung wird durch den Pflegedienst abgesichert.
Der Bedarf an Pflege muss vorher - bei der Anmeldung zur Bildungsfreizeit - angegeben werden. Die Pflege ist nur früh und abends gewährleistet, mittags nicht.
Die Leistungen werden von der Sozialstation entsprechend dem Leistungskatalog
erbracht und den Betreuten privat in Rechnung gestellt. Die Rechnungen können bei der jeweiligen Krankenkasse abgerechnet werden. Es wird seitens der Sozialstation mit den Betreuten ein Vertrag über die Pflege abgeschlossen. Die Dokumentation erfolgt in angemessener Form.
Ergotherapeutische Maßnahmen für Betroffene werden auf der Basis einer ärztlichen Verordnung umgesetzt.
Psychologische, psychotherapeutische ggf. auch seelsorgerische Betreuungsinterventionen werden sowohl im Einzel- als auch Gruppenberatungen nach Absprache mit den Angehörigen durchgeführt.
Die gesamte kulturelle und organisatorische Gestaltung der Bildungsfreizeit obliegt den Mitarbeitern der Bildungseinrichtung.

Termine

Die aktuellen Termine finden Sie hier.
Für Nachfragen und Ihre Anmeldung steht Ihnen Frau Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. im Bischof-Benno-Haus (Telefon: 035935/22-316) zur Verfügung.



Weitere Informationsangebote:

Allgemeine Gesundheitsportale:

www.deutsche-alzheimer.de
www.patienten-information.de
www.netdoktor.de
www.kompetenznetze-medizin.de

Spezielle Angebote im Bereich der Selbsthilfe:

www.nakos.de
www.kiss.stadtmission-chemnitz.de
www.dresden.de/selbsthilfe
www.diakonie-hoyerswerda.de
www.selbsthilfe-zwickau.de
www.demenzchemnitz.de