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Katholisches Bildungs- und Tagungshaus des Bistums Dresden-Meißen


Sebastian Friedrich: „Einsatz für eine gerechtere Welt ist beste Strategie gegen Rechtspopulismus“

„Die beste Strategie gegen Rechtspopulismus ist, sich für eine gerechte Welt einzusetzen.“ Das ist das Resümee des Publizisten und Sozialforschers Sebastian Friedrich in seinem Vortrag „Aufstieg der Rechten“, den er auf dem Schmochtitzer Forum im Bischof-Benno-Haus am 3. April hielt. Vor knapp 100 Zuhörern sprach Friedrich zu rechtspopulistischen Parteien, die in den letzten Jahren in Deutschland, Europa und der westlichen Welt neuen Aufwind erfahren.

Den Grund dafür sieht der Berliner Sozialforscher in der Krise des Konservatismus, der Demokratie, des Wirtschafts- und Finanzsystems sowie der sozialen Frage in den letzten Jahren. Der Vortrag zeichnete nach, wie rechtsorientierte Wähler darauf keine Antworten mehr bei den etablierten Parteien fanden, die sich ihrer Meinung nach von einstigen unverrückbaren Positionen „über Nacht“ verabschiedeten. Damit einher ging eine stärkere nationalistische Strömung, die den Anstieg der Flüchtlingszahlen für ihre Räsonnements nutzten.

Friedrich wies in seinem Vortrag auch daraufhin, dass der Rechtspopulismus nicht nur ein Phänomen Ostdeutschlands sei, sondern viele Regionen in Deutschland und Europa betreffe. Er machte denen Mut, die sich laut dagegen äußerten und Gesicht zeigten. Das nehme er auch in Bautzen und in ganz Sachsen wahr. Und er appellierte an die Medien, mehr davon zu berichten und die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, die für Weltoffenheit und eine tolerante Gesellschaft stehen und den Fremden respektieren. Inwieweit das Ergebnis seiner Analysen zum Rechtspopulismus und Aufstieg der Rechten nur eine „linke Sichtweise“ betreffe, wie er meinte, lässt sich trefflich streiten. Nach Veranstaltung kamen die Zuhörer noch zusammen und diskutierten zum Thema miteinander.  

Der Vortragsabend in der Reihe „Schmochtitzer Forum“ war eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Netzwerk "trägerverBUNT" wurde gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.