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Katholisches Bildungs- und Tagungshaus des Bistums Dresden-Meißen


Familie: „Urzelle des Lebens“

Erzbischof Dr. Heiner Koch am 6. Februar bei der Winterakademie in Schmochtitz

Bautzen. Es war für den Berliner Erzbischof eine Art Heimspiel: Im September 2015 war Dr. Heiner Koch nach zweieinhalb Jahren als Bischof des Bistums Dresden-Meißen als Erzbischof noch Berlin berufen worden und kam nun gerne der Einladung nach, wieder einmal im Bischof-Benno-Haus Schmochtitz zu Gast zu sein. Als Vorsitzender der Familienkommission der Deutschen Bischofskonferenz forderte Koch gestern, am 6. Februar, vor etwa 100 Gästen im Rahmen der Schmochtitzer Winterakademie, dass Familien stärker durch den Staat gefördert werden sollten: „Es muss sich ändern, dass im Rentensystem gerade diejenigen stark benachteiligt werden, die sich in ihrem Leben um Kinder gekümmert haben.

“Im Blick auf das Thema seines Vortrags – „Familie zwischen Freiheitskern und Zwangsband“ – nannte der Berliner Erzbischof Familie die „Urzelle des gesellschaftlichen Lebens“: „Eine Zelle ist nichts Statisches, sondern etwas Dynamisches. Sie ermöglicht Stabilität bei gleichzeitiger Mobilität. Sie ist etwas Lebendiges und deshalb unverfügbar.“ Koch nannte Familie „zugleich Lernort der Freiheit wie auch Ort der Bindung und des Gebundenseins“. Und Familie sei „Geschichtsgemeinschaft“. So forderte Erzbischof Koch für Familien gesellschaftliche und mediale Anerkennung ebenso wie starke finanzielle und materielle Unterstützung. Es gebe „ständig neue Herausforderungen, auf die mit Augenmaß und Überlegung reagiert werden muss“, betonte er. Zudem forderte er, dass Kirche die Ehevorbereitung verbessern sowie der Ehebegleitung und -beratung einen höheren Stellenwert beimessen müsse. Auch die Frage des Umgangs mit alten Menschen sei wichtig.

Nach seinem Vortrag kam Erzbischof Koch mit Annett Hofmann und Martin Höhl ins Gespräch. Annett Hofmann zeigte sich überzeugt, dass Liebe die Familie zusammenhalte; Emotionen und gelebter Wertekanon seien das Entscheidende. Dazu gehöre die Verbindlichkeit einer auf Dauer angelegten Beziehung und der übernommenen Verantwortung. Vieles müsse dabei immer neu ausgehandelt werden und brauche Toleranz.

Martin Höhl, der derzeit in Frankfurt a.M. in Moraltheologie promoviert, wies darauf hin, dass Kirche oft vom Ideal der Familie spreche, diese aber nicht immer heil sei. Dennoch nennt er Familie den „Ort, an den ich zurückkehren kann“.

Die Abendveranstaltung fand im Rahmen der Schmochtitzer Winterakademie statt, die unter dem Thema „Bleibt alles anders – Identität und Vielfalt in Familie, Kirche und Gesellschaft“ steht und gemeinsam von Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen und dem Bischof-Benno-Haus noch bis 9. Februar in Schmochtitz ausgerichtet wird.

Elisabeth Meuser

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